Samstag, 3. Februar 2007

Pondicherry - The Dune Hotel

Dimitri Klein, ein Entrepreneur und Gartenliebhaber aus Frankreich, Niels Schönfelder, ein deutscher Architekt und deren indischer Partner haben das Themenhotel The Dune 15 km vor Pondicherry errichtet. Eigentlich haben sie es ja zweimal gebaut, den der Tsunami im Dezember 2005 hat die erste Anlage einfach weggespült.

Sie nennen es Eco-Beach Hotel und haben eine Mischung von bewohnbaren Freilichtmuseum und Designer Bungalows, eingebettet in eine im entstehen begriffene Gartenanlage, geschaffen. Ein geniales Konzept. Hier kann man dem lauten indischen Alltag entfliehen und sich in sein eigenes Haus zurückziehen, hat einen tollen Strand vor dem Tor - leider kann man sehr selten im Meer schwimmen, da die Strömung zu stark ist - oder kann in der klimatisierten Bibliothek in Gartenbüchern schmökern. Dort gibt es übrigens einen iMAC, Dimitri und Niels haben haben Stil!

Das Personal ist sehr bemüht, und sie ringen darum den geplanten Qualitätsstandard zu erreichen bzw. zu halten, was derzeit leider noch nicht gelingt. Für Indien typisch fällt immer wieder mal der Strom aus, die Klimanlage in der Bibliothek funktionierte nie, und das Restaurant ist sehr schlecht. Aber wie heißt es so schön Wo viel Licht ist ist gibt es auch Schatten, und in Indien braucht Gut Ding halt sehr viel Weile. Wer dem normalen Touristenstrom entfliehen möchte - diese sind im MGM Beach Resort oder im im GRT Temple Bay in Mamallapuram zu finden, sollte auf jeden Fall das Dune wählen, und hoffen, dass es inzwischen einen neuen Küchenchef gibt.

Anbei einige Impressionen des Mud-House (Bungalow Nr. 15) und der Gesamtanlage.

The Mud House

Das Tor zum Mud House


The Mud House
Das Mud House mit Kaktusgarten, gebaut aus Lehm und Kuhdung.


The Mud House
Eingangsbereich und Terasse.


The Mud House
Auch Christen gibt es in Indien.


The Mud House - Bathroom
Das Badezimmer mit einem Bild von Jérôme Mesnager. Entstanden im Rahmen des Artist in Residence Programs von Emilie Klein.


Restaurant
Restaurant und Bibliothek.


Library
Bibliothek



Hotel The Dune
Komfort ****
Freundlichkeit *****
Preis: 3000-7200 INR
The Mud House 4100 INR
Kontakt: Mr. Suni Varcheese (GM)
+91-9345706109

Chennai - Mamallapuram - Pondicherry - (Auroville)

Am 03.02.2007 begann die Reise. Mit einen Toyata Qualis ging es zur ersten Station nach Pondicherry. Am Weg dorthin, nur 68 km von Chennai entfernt, liegt die Steinmetzstadt Mamallapuram. Mamallapuram war zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert eine wichtige Handelsstadt, und dementsprechend prächtig sind auch die steinernen Monumente, welche tagtäglich von Touristenmassen überschwemmt werden.

Die ehemalige (bis 1954) französiche Kollonie Pondicherry wäre das ideale Rückzugsgebiet aus dem dreckigen Chennai, leider ist es mehr als 3 Autostunden enfernt. Die Stadt ist sehr gepfegt, versprüht den Charme einer französischen Hafenstadt, die Polizisten tragen Képis, und man kann zum Frühstück Buttercroissants essen.

Aus dem geplanten Besuch der universellen Stadt Auroville wurde leider nichts. Die Ziele von Auroville sind zwar hochgesteckt:

Auroville wants to be a universal town where men and women of all countries are able to live in peace and progressive harmony above all creeds, all politics and all nationalities. The purpose of Auroville is to realise human unity.".

Doch leider war die Stadt geschlossen, da es Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen gab. Laut indischen Gerüchten - und die sind mindestens so vertrauenswürdig wie europäische - soll es sogar einen Toten gegeben haben.

View to Shore Temple

Mittagessen in Mamallapuram mit Blick auf den Shore Tempel


Shore Temple
Shore Tempel aus dem 8. Jhd - Flickr Hits 1216!


Arjuna's Penance
Ein Detail aus dem 27 Meter langen und 9 Meter hohen Flachrelief „Herabkunft des Ganges“ - Arjuna's Penance


Arjuna's Penance
Auch Steinaffen müssen sich lausen (gleich neben dem Arjuna's Penance)


Krishna Mandapa
Detail der Aussenfassade des Varaha Cave Temple


Krishna's Butter Ball
Am Weg zum Krishna's Butter Ball


Krishna Mandapa
Krishna Mandapa Plateau in der Abendsonne


Dharmaraja Lion Throne
Rast am Dharmaraja Lion Throne


Mamallapuram
Touristendichte (indisch) ****
Touristendichte (europäisch) *****
Einwohner 12,049 (2001)
Google Hits 504.000 (Mahabalipuram)
Flickr Hits 4,312 (Mahabalipuram)
Pondicherry
Touristendichte (indisch) *
Touristendichte (europäisch) ***
Einwohner 220.749 (2001)
Google Hits 3.510.000
Flickr Hits 8.677

Blog Pause

Genug gearbeitet, es wird mal Zeit Indien etwas touristisch zu erkunden, man(n) muß schließlich auch seine Opfer bringen. Im folgenden die Reiseroute als kleiner Vorgeschmak auf die Berichte nach dem 23. Februar.

03.02. Pondicherry
04.02. Chidambaram, Thajavur
05.02. Rameshwaram
06.02. Maduri - Kodaikanal
07.02. Munnar
08.02. Kumarakom
09.02. Kochi
10.02. Mettupalayam
11.02. Mudumalai
12.02. Mudumalai
13.02. Mysore
14.02. Chennai
14.02. Port Plair

15.02. - 23.02. Andamanen / Neill Island




Touristenopfer

Die neuste Form in der Welt der Opferrituale ist das Touristenopfer. Mit Hilfe von Reisebussen werden die Opfertouristen am Kultplaz gesammelt, und nach einer Ansprache örtlicher Politiker (man beachte die Parteizugehörigkeit), auf Ochsenkarren verladen.




Mit Gejöhle und unter Begleitung von ca. 20 Journalisten und 10 (indischen) Fernsehteams geht es dann auf zur cirka 3 km langen Prozession.



Am Ziel angekommen, werden die Touristen entladen, und es beginnt der indische Heimatabend - hier um 11 Uhr am Vormittag - vor dem ich Reißaus nehme, um das Pongalfest in initimerer Umgebung zu erleben.


Alle Touristenschützer können unbesorgt sein, durch einen geringen Ablass - all major credit cards accepted - ist noch jeder Tourist einem Blutvergießen entkommen.

Mittwoch, 31. Januar 2007

Opfergaben

Der Hinduismus ist eine bunte Religion voller Geheimisse und magischer Momente. Wir kennen ja bereis die rituelle Opferspeise Prasad und es gibt diese in vielen weiteren Ausprägungen, z.B. als Eieropfer beim Erntedankfest Pongal:


Doch mitten im Landesinneren, am Fuße eines Berges, im dunklen Wald,


da sind es nicht nur Eier, die geopfert werden. Hier fließt auch Blut um die Götter freundlich zu stimmen.


Wenn man sich nur einige Meter vom Tempel entfernt, stößt man sofort auf eine Unmenge von Federn (Huhn und Hahn), ein eindeutiges Indiz für eine rege "Opfertätigkeit".



Samstag, 27. Januar 2007

Hochzeitstermin

Die Wahl eines Hochzeitstermins erfolgt in Indien strikt, und wirklich strikt, nach dem astrologischen Kalender. Schon bei der Wahl des Partners werden bei einer arrangierten Heirat - in 95% der Fälle erfolgt die Auswahl der Partner durch die Eltern - die beiden Horoskope verglichen, passen diese nicht zusammen, wird nach einem neuen Partner gesucht.

Ein vedisches Horoskop ist unserem nicht unähnlich, und kann jederzeit via Internet bestellt werden, vorausgesetzt man hat eine major credit card. Die Auswertung von zwei Horoskopen für eine Heirat, ist schon etwas komplizierter. Aber auch dafür gibt es im Internet eine Kurzanleitung, und nach 5, oder auch mehreren, Jahren kann man es dann. Also doch besser zu einem Dienstleister gehen, denn dort bekommt man die Expertise für ca. 200 Rupien innerhalb eines Tages.

Bei einem Kollegen in der Firma wurde der Zeitpunkt für Hochzeitszeremonie auf 4 Uhr morgens festgelegt, und sie wurde auch zu dieser Uhrzeit durchgeführt. Wie bei uns die Namenstage sind in einem handelsüblichen indischen Kalender bereits die erlaubten Hochzeitstermine verzeichnet. Im Jänner 2007 sind dies 9 Tage und im Februar werden es 3 Tage sein. Bei diesen Terminen sind übrigens die Wochentage Dienstags und Samstags immer ausgeschlossen.

Am 24. 01. 2007 zwischen 9:30 und 10:30 war wieder einmal Heiratszeit und R.V. Bhagyalakshmi und D. Narayana sind in den Hafen der Ehe eingelaufen.



Dienstag, 23. Januar 2007

Elektrowerkstatt

Hier in Indien wird noch viel repariert, da die Arbeitszeit im Verhältnis zur Neuanschaffung eines Geräts sehr günstig ist. So kostet die Reparatur dieses Ventilators etwa 250 Rupien, ein Neugerät würde mit 1000 Rupien zu Buche schlagen. Ein Blick in die Werkstätte - ja dies ist wirklich die Werkstätte und nicht die Müllhalde der Elektrowerkstatt - verrät mehr über die indische Arbeits- und Denkweise als so mache kulturübergreifende wissenschaftliche Studie. Die Ordnungsprinzipien hier entsprechen dem indischen Durchschnitt und würden einen in deutscher Gründlichkeit sozialisierten Handwerksbetrieb in Österreich doch glatt in den Wahnsinn treiben.

Arasu (22)

bei der Arbeit

das organisierte Chaos