Montag, 4. Dezember 2006

Ein Wochenende am Strand

Ein Wochenende am Strand ist vorüber und zurück in Chennai habe ich einiges zu berichten. Auf jeden Fall war es herrlich nach zwei Wochen im Dauerverkehrschaos und ständigem Hupkonzert diese hektische Stadt für 2 Tage zu verlassen, die Beine ins Meer zu strecken, am Strand zu sitzen und einfach nichts zu tun ausser in die Ferne zu sehen und gemütlich ein Bier zu trinken.




Freitag, 1. Dezember 2006

Hitler in Indien

Zwischen Shakespeare und Tolstoi liegt sie, die Autobiographie des bekanntesten Österreichers in Indien. Es ist nicht Mozart, nicht Schwarzenegger und auch nicht Hansi Krankl. Nein es ist jener Kunstmaler aus Braunau, den wir Österreicher ohnehin lieber als Deutschen sehen. Im Gegenzug adoptieren wir aber gerne den J. Brahms und L. van. Beethoven mit ihrer Musik, beide können übrigens heute hier gefunden werden.





Martin Kämpchen schreibt:

Sechs von zehn Studenten nennen den Namen Adolf Hitler, wenn sie gefragt werden, welchen Menschen sie am meisten bewundern. Das ergab vor kurzem eine Umfrage im St. Stephen’s College in Neu-Delhi, einem der Elite Colleges Indiens. Der Diktator habe seinem Volk nach der Demütigung durch den Versailler Vertrag Selbstachtung gegeben, lautet die häufigste Begründung der Studenten für Ihre Wahl. ...

Ich kann diese athmosphärische Beschreibung nur bestätigen. Man sieht Hitler durchaus positiv hier in Indien, in manchen Kreisen wird ihm sogar offene Bewunderung entgegengebracht. Natürlich geschieht dies immer innerhalb einer großen zeitlichen, räumlichen und gesellschaftlichen Distanz, welche Hitler zu einer Kunstfigur, einem Mythos stilisiert, aber ist dies bei uns nicht auch so?

Anbei zwei Artikel aus den Weiten des Internets zum Thema:

Weltwoche, Hitler-Restaurant sorgt für Empörung
Eugen Sorg, "Hi, Hitler"

Donnerstag, 30. November 2006

Am zweitlängsten Strand der Welt

Marina Beach, der 13 Kilometer lange Sandstrand wird von allen Einheimischen als der zweitlängste Strand der Welt bezeichnet, was natürlich eine Großstadtlegende ist. Aber beeindruckend ist er schon, dieser breite Strand eingebettet zwischen Straße und dem Meer, mindestens so breit wie die Copacabana. Der Marina Beach war berühmt für seine ursprüngliche Schönheit, aber seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Strand und Wasser immer mehr verschmutzt. Heute ist nur ein kleiner Teil wirklich ansehnlich und insbesondere am Wochende ist hier Jahrmarktsstimmung. Im Norden des Marina Beachs liegt der Hafen, welcher das Wasser ordentlich verschmutzt, und wenn man einige Kilometer südlich wandert, kommt man zu dem von den Fischern genutzten Bereich. Die Nutzung schliesst auch die Wohnung und selbstverständlich die Bedürfnissanstalt in Form einfacher kleiner Löcher mit ein.

Wenn man am Strand ankommt wird man von überdimensionalen Statuen empfangen. Die folgende dürfte ja auch in Europa wohlbekannt sein:



Einige Schritte von Ghandi entfernt sieht man dann dieses Panorama:



Vorerst einige Bilder vom "schönen Teil" des Marina Beach:













Weiter geht es zum Abschnitt der Fischer. Hinweis: Der hockende Fischer geniest keineswegs den Sonnenuntergang.






Buchpreise

Bücher sind in Indien ungemein billig, und da Englisch die offizielle Zweitsprache ist sind natürlich sehr viele internationale Titel verfügbar. Nicht nur die Masse der Titel ist beeindruckend, sondern auch das qualitativ sehr hohe Angebot. Dabei sind es nicht nur die internationalen Lizenzausgaben, sondern auch indische Fachbücher – ich spreche hier für den Informatik Bereich – die in großer Anzahl vorhanden sind. Da kommen Erinnerungen an die Studentenzeit auf, als wir vor langer langer Zeit in Budapest Fachbücher aus der DDR und ungarische Musiknoten – neben Käse und den anderen Köstlichkeiten – einkauften.

Es ist sicherlich eine bildungspolitische Entscheidung viele sehr gute Bücher in „Low Price Editions“ auf den Markt zu bringen, und so den Bürgern von Indien Zugang zu Bildung und Qualifikation zu ermöglichen.

Folgende zwei Bücher habe ich erworben:



Frederik Forsyth – The Afghan, eine Originalausgabe, printed in UK, hier in Chennai bei Landmark Rs. 236.73 dies sind 4 Euro! Bei Amazon kostest dieses Buch 22.96 Euro.

Craig Larman, Agile & Iterative Development, um Rs. 275, dies entspricht 4,63 Euro im Vergleich dazu die Amazon Preise: 35,09 US$ bzw. 29,95 Euro bei uns.

Für diese Bücher ist sowohl Verkauf als auch Verbreitung ausserhalb Indiens untersagt. Ob ich die Bücher dann überhaupt in die Steiermark mitnehmen darf?

Mittwoch, 29. November 2006

Radio Steiermark informiert

Auch in der Ferne verfolge ich das Geschehen in Österreich. Die Koalitionsverhandlungen lassen mich dabei ziemlich kalt (so wie 66 % aller Österreicher laut der aktuellen OGM Umfrage) aber immerhin 25% rechnen noch mit einer Regierungsbildung vor Weihnachten ...

Aber nun zu den wichtigen Neuigkeiten des Tages


  • heute ist der 333te Tag des Jahres

  • vor 110 Jahren wurde das Blutdruckmessgerät erfunden

  • vor 109 jahren fand das erste Motorradrennen satt

  • vor 45 jahren flog der erste Affe ins Weltall

  • vor 36 Jahren wurde der erste Tatort mit dem Titel "Taxi nach Leibzig" gesendet

  • und Andi Goldberger hat heute Geburtstag!


Lieber Andi Goldberger alles Gute zum 34er, und Grüsse aus Chennai an das "Guten Morgen Steiermark" Team, Bettina Zajac-Thelen und Oliver Zeisberger von Radio Steiermark .

Das neue Heim

So wohne ich jetzt in hier in Chennai, in einem sogenannten serviced appartement, d.h. einer Wohnung mit Hotelservice und einem Boy der für mich einkaufen geht, kocht, zusammenräumt und die blinkenden LEDs meiner portablen Harddisk bewundert. Im letzten Bild sieht man die Klingel meiner Wohnung.







Dienstag, 28. November 2006

India Driving Licence (Form7)

Als Kenner der tschechischen Fahrschulszene habe ich natürlich auch in Indien das System erkundet und dazu die


AMBIKA DRIVING SCHOOL
Regd. No. 8/DS/RTO/CH(WEST)90
52, South Sivan Koil St. Vadapalani, Ch – 26.
Four Wheelers And Two Wheeler
(Ladies Trained by Ladies)



besucht.

Ein Kurs hier umfasst hier 22 Einheiten in der Theorie und 22 praktische Fahrstunden bei denen jeder Schüler jeweils 5 km fährt. Es gibt eine sehr ähnliche Straßenverkehrsordnung wie bei uns, außer das sich niemand, aber auch wirklich niemand, daran hält. Die ersten beiden Unterrichtseinheiten verbringt der Führerscheinanwärter übrigens am fahrschuleigenen Fahrsimulator:



Und so sieht sie dann aus, die driving licence. Bemerkenswert sind die Sichtvermerke im unteren Bereich, ähnlich der guten alten österreichischen Punktekarte beim Schifahren. Wurde man 5 mal bei einem schweren Verstoß gegen die Verkehrsregeln erwischt, hat also 5 Löcher in seinem Führerschein, so wird dieser dadurch ungültig. Keine Datenbank, kein Flensburg, einfach eine Lochzange genügt. Würde dieses System in der Praxis wirklich umgesetzt – jetzt zahlt man, falls überhaupt kontrolliert wird, einfach 10 bis 20 Rupien in die Privatkassa des Polizisten ein – würde ein durchschnittlicherer Autofahrer hier seine Maximalpunkteanzahl in ca. einer halben Stunde locker erreicht haben.